Das Entdeckerland

Nirgendwo auf der Welt wird mehr geforscht und entwickelt als in Baden-Württemberg. Nirgendwo werden mehr Patente angemeldet. Doch der Erfolg kommt nicht aus heiterem Himmel. Es ist zum einen der ungeheure Fleiß unserer Bürger. Aber zum anderen sind es kluge Köpfe, in die einmal investiert worden ist. Das ist traditionell baden-württembergische Bildungs- und Wissenschaftspolitik. Wir brauchen auch in Zukunft intelligente Menschen für intelligente Produkte und Dienstleistungen. Nur so können wir dem Wettbewerbsdruck der globalisierten Märkte bestehen.

Die Weckung des Forscher- und Entdeckerdranges müssen wir ganz früh wecken: in Kindergarten und Familie, in Schule und Ausbildungsstätte und nicht zuletzt in unseren Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, aber auch in Betrieben und Unternehmen. Dabei kommen uns die bewährt kurzen Wege zwischen Labor und Werkbank zugute: die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert. Das soll auch so bleiben. Nicht nur unsere Wirtschaft ist führend in der Republik, sondern auch unsere Hochschulen zählen zu den besten. Das bestätigen Jahr für Jahr alle unabhängigen Überprüfungen, die sogenannten „Hochschulrankings“. Und kein Bundesland verfügt über eine vergleichbare Dichte an Einrichtungen, die zudem unerreicht differenziert sind: neun Universitäten, sechs Pädagogische Hochschulen, 25 Fachhochschulen, zehn Musik- und Kunstakademien, acht Berufsakademien und jeweils eine Film- und Popakademie. Sie wollen wir erhalten und weiter entwickeln.
Gezielt haben die CDU-geführten Landesregierungen die Rahmenbedingungen verbessert, um den internationalen Anschluss zu halten; mit dem modernsten Hochschulgesetz Deutschlands haben unsere Einrichtungen schrittweise mehr Selbständigkeit und Handlungsspielraum erhalten. Die Hochschulen haben heute weitgehend das Recht, sich ihre Studenten selbst auszuwählen. Zur weiteren Verbesserung der Lehre und des Studiums werden wir zum Wintersemester 2007 Studiengebühren einführen. Da Studenten von einem Studium persönlich profitieren, ist eine maßvolle Kostenbeteiligung an ihrer Ausbildung nur folgerichtig. Ein Handwerker etwa muss seit jeher für seine Meisterausbildung selbst aufkommen. Ein sozialverträgliches Kreditmodell stellt sicher, dass die Rückzahlung der Studiengebühren erst nach Abschluss und dem Überschreiten einer bestimmten Einkommensgrenze fällig wird. Zukunft hängt bei uns nicht von der sozialen Herkunft ab!

Die besondere Praxisorientierung der Ausbildung von den Berufsakademien bis zu den Universitäten bringt uns eine enorm hohe Drittmittelquote. Auf jeden Euro, den der Staat investiert, folgen 3,76 Euro private Investitionen. Etwa 11 Prozent des Landeshaushaltes entfallen auf das zuständige Wissenschaftsministerium, was sonst kein anderes Bundesland schafft. Unseren strategischen Schwerpunkt in Forschung und Entwicklung wollen wir in den kommenden Jahren auf die Felder Mikrosystemtechnik, Nanowissenschaften, Life Sciences, Medizin- und Verfahrentechnik, Energie- und Informationstechnik und den optischen Technologien setzen. Das Geld, das wir heute investieren, ist die Grundlage für den Erfolg von morgen.

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